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Pressemitteilung der Osterländer Volkszeitung (OVZ) vom 03. September 2011 

"20 verrückte Jahre" - Der Chef der Städtischen Wohnungsgesellschaft Altenburg, Michael Rüger, im OVZ-Interview 
  

Altenburg. Die Städtische Wohnungsgesellschaft feiert heute gemeinsam mit ihren Mietern und allen interessierten Skatstädtern ihren 20. Geburtstag - mit einem großen Fest im Agnesgarten des Schlosses. Trotz Vorbereitungsstress fand Geschäftsführer Michael Rüger Zeit, um im Gespräch mit dieser Zeitung Vergangenes Revue passieren zu lassen und einen Blick in die Zukunft zu wagen.

 

OVZ: 20 Jahre Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg - wie würden Sie dies in wenigen Worten zusammenfassen?
  

Michael Rüger: Eine schwierige Umgestaltung vom früheren Gebäudewirtschaftsbetrieb in ein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen. Ein gewaltiger Wandel auf dem Wohnungmarkt. Und 20 Jahre verrückte Zeiten.

 

Dafür haben Sie bestimmt Beispiele parat?

 

Erst hatten wir zu wenig Wohnungen, und dann gab es auf einmal ein Überangebot. Hinzu kam ein gewaltiger Instandhaltungsbedarf von sage und schreibe über 300 Millionen D-Mark für die 15 000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten in unserem Bestand. Und als ob das nicht schon Grund genug wäre für schlaflose Nächte, kamen dann auch noch die existenzbedrohenden Altschulden auf uns zu. Sie entstanden, weil Kredite der Staatsbank der DDR für die Errichtung von Plattenbauten nach der Wende an Privatbanken verkauft und von diesen natürlich zu den aktuellen Marktkonditionen eingestellt wurden. Schlagartig entstanden für uns Verbindlichkeiten in Höhe von 134 Millionen Euro, für die Zins und Tilgung gefordert wurden. Es hätte das frühe Aus bedeutet, wäre nicht 1993 das Altschuldenhilfegesetz gekommen.


Was ist Ihnen aus den Anfangsjahren besonders in Erinnerung geblieben?

 

Die Diskussion um die erste Mietenreform. Bis zum Herbst 1991 wurden ja weiter die DDR-Mietpreise von 70 Pfennig pro Quadratmeter gezahlt, wenn auch in Westmark. Mit dieser Reform stiegen sie auf 1,80 DM pro Quadratmeter, und es kamen Nebenkosten und Betriebskostenvorauszahlungen hinzu. Das war für viele schon heftig. Am heißesten diskutiert aber wurde, dass diese Nebenkosten nach der Größe der Wohnung und nicht nach der Anzahl der Mieter berechnet wurden. Dafür mussten im Übrigen sämtliche Wohnungen vermessen und registriert werden. Wie gesagt 15 000 an der Zahl. Es gab damals vom Arbeitsamt extra eine ABM-Gruppe, die diese Mammutaufgabe mit uns gemeinsam bewältigen musste.


Was unterscheidet die SWG 2011 von der SWG 1991?

 

Damals waren wir in der Aufbau-Phase, heute sind wir ein gut aufgestelltes Dienstleistungsunternehmen. Und die Akzeptanz in der Bevölkerung hat sich wesentlich erhöht. Die Leute haben vor allem durch die Sanierungsmaßnahmen ab der Jahrtausendwende gemerkt, dass wir ordentliche Qualität abliefern und sie bei uns gar nicht so schlecht aufgehoben sind. Und es hat sich natürlich auch im Inneren des Unternehmens ein großer Wandel vollzogen. 1991 waren wir 240 Mitarbeiter, darunter 120 im eigenen Bauhof. Heute zählen wir noch 58 Mitarbeiter. Das ist ganz einfach den Strukturveränderungen geschuldet.

 

Was steht nach zwei Jahrzehnten auf der Habenseite?

 

Ab Mitte der 90er-Jahre haben wir für einen Großteil unserer Mieter in den beiden großen Neubaugebieten begonnen, die Wohnbedingungen ganz entschieden zu verbessern. Vollwärmeschutz, Elektrik, Sanitär, Fenster, Dach. In Nord wurden 70 Prozent unseres Bestandes saniert, in Südost sogar 95 Prozent. Wir haben dabei meiner Meinung nach sehr weitsichtig agiert, indem wir in Altenburg-Nord einen Wohnblock sanierten und den nächsten abgerissen haben, um so auf den gesunkenen Bedarf zu reagieren und das Wohnumfeld zu verbessern. Ab der Jahrtausendwende verlegten wir unsere Aktivitäten in den innerstädtischen Bereich und haben auch hier einiges vorzuweisen. Nennen möchte ich beispielsweise das komplette Dichterviertel, unsere Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße, am Steinweg, auf dem Lerchenberg oder in der Terrassenstraße. Diese sogenannten Altneubauten sind mittlerweile fast zu hundert Prozent saniert. Aktuell liegt unser Hauptaugenmerk nun auf den Altbauten mit Objekten wie in der Teichstraße oder der Moritzstraße.
 

Und was wurde nicht erreicht? 

 

Wir hätten uns gewünscht, dass die Entscheidungen über die Rückgabe restitutionsbehafteter Grundstücke schneller gefallen wären. Dann hätte manches Objekt gerettet werden können oder die Sanierung wäre weniger aufwendig und teuer geworden.


Die Wohnungen in den von Ihnen sanierten Objekten gehen jedesmal weg wie die berühmten warmen Semmeln, egal an welchem Standort, sogar an viel befahrenen Straßen. Haben Sie eine Erklärung dafür?

 

Unsere hochwertige Sanierung hat sich einfach herumgesprochen. Auf die Qualität der SWG kann sich der Mieter verlassen. Bei einem unserer aktuellen Projekte in der Uhlandstraße beispielsweise ist die Nachfrage doppelt so hoch wie das Angebot. Wir beginnen deshalb jetzt schon, Vormietverträge abzuschließen, obwohl die Wohnungen erst zum Jahresende fertig sind.


Wie sieht die begehrteste Wohnung der SWG aus?

 

Drei Zimmer mit großzügigem Balkon und PKW-Stellplatz vor dem Haus, in dem maximal sechs Familien wohnen.
 

Und, ist so etwas derzeit bei Ihnen zu haben?

 

Schwer, der Vermietungsstand unserer beliebten Objekte liegt fast immer bei hundert Prozent.

 

Was steht auf der aktuellen Vorhabenliste?

 

Wir haben kürzlich 300 Wohnungen gekauft, die lange mit Restitutionsansprüchen behaftet waren und von uns verwaltet wurden. Diese gilt es, nach und nach zu sanieren. Doch es ist leider immer schwerer, an Fördermittel zu kommen. Einige, wie die Häuschen in der Südstraße, wollen wir deshalb unsaniert verkaufen. In der Brauhausstraße waren allerdings zwei Wohnblöcke so verfallen, dass wir sie abreißen mussten. Die frei gewordenen Grundstücke veräußern wir gerade meistbietend als Eigenheimstandorte. Außerdem wollen wir die Lücke in der Moritzstraße 14 schließen. Und selbstverständlich gehört das Areal am Markt dazu.


Wie ist der aktuelle Stand bei diesem so umstrittenen Vorhaben?

 

Die demokratischen Entscheidungen sind gefallen, die entsprechende Satzung ist rechtswirksam. Das Baugenehmigungsverfahren läuft bereits seit geraumer Zeit. Wir haben inzwischen eine einstweilige Verfügung erwirkt, sodass wir planmäßig mit Abriss sowie Sicherung der Fassade Bei der Brüderkirche 9 beginnen können. Danach stehen erst einmal die archäologischen Grabungen an, die fünf Monate in Anspruch nehmen werden. Im Frühjahr 2012 soll es dann endlich mit dem Bau losgehen. Das anspruchvollste Bauvorhaben in der Geschichte der SWG soll 2013 fertig sein. Wir sind sicher, dann ein Projekt zu präsentieren, das zum Maßstab innerstädtischer Umgestaltungen wird.

 

Was wünschen Sie sich für die nächsten 20 Jahre?

 

Da möchte ich unserer neuen Entwicklungskonzeption, die 2012 erst einmal die nächsten zehn Jahre konzipieren soll, nicht vorgreifen. Aber Wünsche für die Zukunft hätte ich schon.

 

Und die wären?


Ich wünsche mir, dass wir planmäßig im innerstädtischen Bereich weiter vorankommen, dass mehr bedarfsgerechter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann, dass sich unser Unternehmen stabil weiterentwickelt. Und ich wünsche mir mehr Verständnis für wirtschaftliche Notwendigkeiten, dass eben nicht alles, was sanierbar ist, auch saniert werden kann.


Interview: Ellen Paul

 

Kommentar

Gut aufgestellt
Von Ellen Paul

 

Im 20. Jahr ihres Bestehens nimmt die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg mit dem Areal am Markt nicht nur das anspruchsvollste und bedeutendste Bauvorhaben ihrer Geschichte in Angriff, sondern auch das umstrittenste.


Je näher die für nächsten Sonntag angekündigte Protestkundgebung rückt, je näher die Bagger kommen, desto schärfer wird der Ton der Abrissgegner. Inzwischen müssen sich Rathaus und SWG, vor allem aber deren Chefs, auch persönliche Beleidigungen gefallen lassen - auf kleinen Zetteln am Bauzaun oder in großen Kreide-Lettern an der Hauswand. Das ist angesichts einer demokratisch getroffenen Entscheidung mehr als bedenklich.


Selbiges gilt auch für den Versuch, die SWG allein auf das Areal-Projekt zu reduzieren und als Zerstörer historischer Bausubstanz zu diskreditieren. Das ist einfach unlauter angesichts der Leistungen, die die Wohnungsgesellschaft in den letzten 20 Jahren für Altenburg erbracht hat.


Im Übrigen muss ein Investor, der ein solches Projekt wie das Areal am Markt aus eigener Kraft stemmen kann, gut aufgestellt und wirtschaftlich gesund sein. Noch ein Plus für die SWG.

  
Quelle:  Ellen Paul, Osterländer Volkszeitung (OVZ) vom 03. September 2011

 


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